Der Zentralrat

oxi_grossNach einer historischen Lücke von 70 Jahren tritt mit dem Zentralrat der Asozialen in Deutschland (ZAiD) eine bundesweite Organisation auf den Plan, welche den Anspruch erhebt, die nach 1945 selten entschädigte und in der Gedenkpolitik beider deutscher Staaten bislang ignorierte Gruppe der im Nationalsozialismus als sogenannte „Asoziale“ Verfolgten zu vertreten. Der ZAiD fordert ihre immaterielle wie materielle Entschädigung und steht gegen das Weiterwirken einer tradierten Stigmatisierung ein. Es ist niemandem zuzumuten, sich selbst als „asozial“ zu identifizieren und eine solche fiktionale Identität weiterzutragen. Zugleich übernimmt der ZAiD Verantwortung dafür, dass ein Gedenken an die sozial unangepassten und marginalisierten Verfolgten nicht weiterhin unter den Tisch fällt. Es ist nicht hinnehmbar, dass eine Kategorie weiter besteht, auf deren Basis Menschen als „asoziale Gemeinschaftsfremde“ verurteilt wurden, worauf nicht selten Inhaftierung, Zwangsarbeit und Sterilisation folgte. Die Verachtung und behördliche Gängelung potentiell „Arbeitsscheuer“ und volkswirtschaftlich Unproduktiver hat nach wie vor Bestand. Der ZAiD verteidigt die von gesellschaftlicher Teilhabe Ausgeschlossenen:

Wir haben nichts zu verlieren, außer unserer Scham.

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